Wie werden Baustellen koordiniert?

Beispielfoto: Bunte Fäden spannen ein Netz auf
Was ist eine Baustellenkoordination?

Der Bedarf an Mobilität und die Anforderungen an die Verkehrsinfrastruktur wachsen. Daher steigt das Baugeschehen auf Nordrhein-Westfalens Straßennetz. Die Baustellenkoordination ist ein Abstimmungsprozess, um die Baumaßnahmen und damit einhergehende Verkehrsbeeinträchtigungen zu optimieren. Die Stabstelle Baustellenkoordination soll als zentrale Instanz eine netzweite Koordination der einzelnen Baumaßnahmen herstellen. Zudem werden Baustellenverkehrsführungen auf Autobahnen hinsichtlich ihrer Auswirkungen für Verkehrsteilnehmende geprüft. Im nachgeordneten Netz sorgen Baustellenkoordinatorinnen und Baustellenkoordinatoren der zuständigen Niederlassungen von Straßen.NRW für eine Abstimmung der Maßnahmen in ihrem Bereich.

Warum ist Baustellenkoordination sinnvoll?

Das Ziel der Baustellenkoordination ist einerseits einzelne Baumaßnahmen so schnell wie möglich durchzuführen. Andererseits hilft sie die Interessen der Beteiligten zu berücksichtigen. Bei Vollsperrungen von Teilen des Straßennetzes können durch die Koordination aller beteiligten Stellen beispielweise Instandsetzungsarbeiten und Wartungen parallel im Bereich der bereits gesperrten Strecken durchgeführt werden. Zudem wird darauf geachtet, dass notwendige Umleitungen vorhanden sind. Neben den Autobahnen werden auch kommunale Straßennetze und andere Verkehrsträger berücksichtigt. Daher werden Baumaßnahmen im Straßenbau so geplant, dass parallele Arbeiten oder Sperrungen auf Straße und Schiene vermieden werden. Da nur eine begrenzte Anzahl von Baustellen gleichzeitig durchgeführt werden kann, kommt es zu einer Priorisierung von Maßnahmen.

Wer muss bei einer Baustelle koordiniert werden?

Bei der Koordination von Baumaßnahmen sind folgende Institutionen beteiligt:

  • Die Baulastträger, wie Straßen.NRW, Städte, Kommunen und Kreise, sind Besitzer und Betreiber der Verkehrswege. Sie stimmen Umleitungen und Ausweichverkehre ab. Zudem koordinieren sie die eigenen Baustellen.
  • Die Verkehrsträger, wie die Deutsche Bahn oder ÖPNV-/ Busunternehmen, sind die oberste fachliche Instanz für den Bereich Straße. Mit ihnen werden Sperrpausen abgestimmt sowie Schienenersatzverkehre oder Ausweichrouten für Busse geplant.
  • Die Bezirksregierung ist für Sicherheitsbelange aus den Bereichen Emmisionsschutz, Immisionsschutz und Verkehrssicherheit zuständig.
  • Für Rettungskräfte und Polizei müssen Ausrückzeiten und Erreichbarkeit aller Regionen und Unfallstellen sichergestellt werden. Die Polizei überwacht das Verkehrsgeschehen und lässt verkehrliche Unfallstatistiken in die Bewertung von Vekehrsführungen einfließen.
  • Die Versorgungsträger müssen die Erreichbarkeit von Versorgungsleitungen im Bereich der Baustelle gewährleisten. Dabei kann es zu Sperrungen im Zuge von Leitungsverlegungen durch Versorgungsunternehmen kommen.
Wie wird koordiniert?

Nordrhein-Westfalen ist das erste Bundesland, das einen ganzheitlichen Ansatz zur Koordination der Baustellen eingeführt hat. Die Stabstelle Baustellenkoordination leitet die Entwicklung für Baustelleninformationssysteme auf Autobahnen, Bundes-, Landes- und Kreisstraßen sowie für kommunale Straßen. Durch dieses System können Baustelleninformationen über das gesamte Straßennetz in Nordrhein-Westfalen erfasst und einheitlich verarbeitet werden. Die Baustellenkoordinationsplattform baustellen.nrw.de wird im Auftrag des Landes entwickelt und betrieben. Durch Kooperationsvereinbarungen wird sie auch Städten und Kommunen sowie der Deutschen Bahn zur Verfügung gestellt.

Ziel ist es, dass jeder Baulast- und Verkehrsträger seine Maßnahmen in den ersten Planungsphasen in das System einträgt und somit den anderen Teilnehmenden zur Verfügung stellt. Die Software ermöglicht eine Prüfung auf räumliche und zeitliche Konflikte der Baumaßnahmen und Umleitungen. Dadurch können sich die Beteiligten auf die Lösung von erkannten Konflikten konzentrieren und diese nach Möglichkeit im Vorfeld lösen.